Fakten

Die geplante Stromtrasse B.1./B.3.2. von Göhl nach Kiel Wellsee bringt massive Einschneidenden für Mensch und Natur mit sich. Bei der jetzigen Planung sehen wir folgende Aspekte als unberücksichtigt an, die das Gemeindegebiet Pohnsdorf gravierend betreffen.

Zudem ist bis heute ungeklärt, ob diese Trasse überhaupt erforderlich ist. Gemäß einer Pressemitteilung der Bündnis 90 Die Grünen vom 05.03.2012, sowie einem Artikel in den Kieler Nachrichten vom 12.04.12 hält sogar Wolfgang Podolske von den Kieler Stadtwerke diese Stromtrasse für nicht erforderlich.

 

  1. Naturschutzaspekte

    Die Flächen der Gemeinde Pohnsdorf sind komplett als Landschafts- und Wasserschutzgebiet ausgewiesen und einige Bereiche auch als FFH-Gebiet.

    Das Landschaftsschutzgebiet dient der Erhaltung und Entwicklung der ökologisch besonders bedeutsamen und vielfältigen naturnahen bis natürlichen Biotopstrukturen und Funktionen; das Landschaftsbild ist geprägt durch den Postsee, die Klosterforsten, den harmonischen Wechsel zwischen Hohl- und Vollformen, durch landschaftsgliedernde und – belebende Vegetationsstrukturen und durch eine abwechslungsreiche landwirtschaftliche Nutzung.

    Hier ist besonders hervorzuheben, dass sich die Schrobach-Stiftung um die Pohnsdorfer Stauung auf über 100 ha in der Gemeinde verdient gemacht hat. Es entstanden dauerhafte Flachgewässer, die von etlichen Brut- und Rastvögeln besiedelt werden. Darunter viele gefährdete Arten, beispielsweise haben sich die Kraniche wieder angesiedelt. Die angedachte Trasse beeinträchtigt unmittelbar den Vogelflug in diesem Schutzgebiet.
    Zudem liegt ein großer Teil des Klosterforstes, ausgewiesen als FFH-Gebiet, in der Gemeinde Pohnsdorf. Hier verweisen wir besonders auf die sehr enge Waldschneise im Ortsteil Kronsredder hin. Die angedachte Trassenführung liefe unmittelbar durch die ausgesprochen enge Waldschneise zwischen den Wäldern Vogelsang und Swienigel in der Siedlung Kronsredder.
    Sehr viele, teilweise seltene, Tierarten nutzen diese Schneise zum einen zum Wechseln zwischen diesen beiden Waldstücken (u.a. Greifvögel und Niederwild) und zum anderen dient sie als Korridor für den Vogelflug.

  2. Naherholungsgebiet der Region

    Das angrenzende Waldgebiet im Gemeindeteil Kronsredder wird ganzjährig von zahlreichen Natur suchenden Ausflüglern (Spaziergängern, Wandergruppen und Sportlern) wahrgenommen. Des Weiteren verlaufen das gerade erst fertig gestellte Reitwegenetz und die Schuster-Acht quer durch die Gemeinde. Die angedachte Trassenführung belastet  somit diesen Naherholungsbereich erheblich.

    Die Schrobach-Stiftung ist zudem für Erholungssuchende ein besonderer Anziehungspunkt.

    Somit fällt die Gemeinde Pohnsdorf in ein Schwerpunktgebiet für Tourismus und Erholung.

  3. Rücksicht auf Wohngebiete

    Die an der angedachten Süd-Trassenführung befindliche Siedlung Ortsteil Kronsredder, eng eingeschlossen von den beiden Waldstücken, ist unmittelbar betroffen und wurde augenscheinlich nicht in den Vorplanungen berücksichtigt. Es können somit die für Siedlungen präferierten Abstände zu Wohnraum nicht eingehalten werden.

    Im weiteren Verlauf dieser Trassenführung sind hiervon auch weitere Häuser und landwirtschaftliche Betriebe betroffen.

    Eine Rücksichtnahme auf Siedlungen und Wohnraum wird von uns dringend eingefordert.

    Die Trassenführung durch das Gebiet der Gemeinde Pohnsdorf ist unseres Erachtens als hoher Raumwiderstand zu sehen, was aus den Präsentationsunterlagen der TenneT nicht zu entnehmen ist.

  4. Berücksichtigung möglicher Alternativen

    Diese Trasse kann komplett, ohne weitere Zerstörung der Landschaften und zum Schutz der Menschen durch die Ostsee an das Gemeinschaftskraftwerk Ost geführt werden! Die Kosten dürfen hierbei keine Rolle spielen.

    Zudem besteht bereits eine komplette 110-kv-Trasse, warum wird diese nicht vorrangig ausgebaut, um Neudurchschneidungen von Landschafts- und Wasserschutzgebieten vollständig zu vermeiden.

 

 

 

Gestaltung und Umsetzung: medienmonster GmbH